DANKE, SCHWEIZ! Für eine der wichtigsten Debatten der Gegenwart – über das bedingungslose Grundeinkommen

Für eine der wichtigsten Debatten der Gegenwart – über das bedingungslose Grundeinkommen

Der aktuelle Übergang vom industriellen zum digitalen Zeitalter transformiert die gesamte Wirtschaft. Angesichts der fortschreitenden Automatisierung von Arbeitsplätzen, der technologischen Ablösung diverser Berufsgruppen und der Flexibilisierung von Berufsbiographien droht eine Prekarisierung ganzer Bevölkerungsschichten. Das fordert einen neuen Arbeitsbegriff und neue Ideen für die soziale Sicherung im 21. Jahrhundert.

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Der aktuelle Übergang vom industriellen zum digitalen Zeitalter transformiert die gesamte Wirtschaft. Angesichts der fortschreitenden Automatisierung von Arbeitsplätzen, der technologischen Ablösung diverser Berufsgruppen und der Flexibilisierung von Berufsbiographien droht eine Prekarisierung ganzer Bevölkerungsschichten. Das fordert einen neuen Arbeitsbegriff und neue Ideen für die soziale Sicherung im 21. Jahrhundert. Welche dramatischen sozialen Auswirkungen die wirtschaftlichen Umwälzungen beim Übergang von der Agrar- zum Industriezeitalter hatten, lässt sich bei Charles Dickens nachlesen.

Auf der Suche nach Lösungen begrüßen wir die Schweizer Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen anlässlich der Volksabstimmung am 5. Juni. Sie befeuert die entscheidenden Fragen, was mittel- und langfristige Lösungen anbelangt.

Wie können wir der Transformation der Arbeitswelt begegnen? Müssen wir Arbeit und Einkommen in Zukunft entkoppeln? Wie können wir technologische Innovationen so einsetzen, dass sie ihren Fluch als Job-Killer verlieren und zum Segen möglichst vieler werden?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt jedem die Freiheit, nein zu sagen. Zu einem unpassenden Arbeitsplatz oder zu schlechten Arbeitsbedingungen. Erst so entsteht ein wirklich freier Arbeitsmarkt. Ein Markt, der den Akteuren keine Wahl lässt, ist kein freier Markt und führt nicht zu effizienten Ergebnissen. Manche werden einwenden: „Aber dann muss ja Putzpersonal mehr bezahlt werden!“ Klar, und das ist auch gut so! Denn erst so wird die Arbeit, die keiner tun will, gewürdigt. Außerdem werden Anreize für Innovatoren gesetzt, diese Arbeit langfristig zu automatisieren und die Menschheit von deren Bürde zu befreien.

Zugleich befähigt das Grundeinkommen jeden, sich unternehmerisch zu engagieren und eigene Ideen zu verwirklichen. Die meisten Unternehmensgründungen scheitern nicht, sondern kommen aufgrund ökonomischer Unsicherheit erst gar nicht zustande.

Das Grundeinkommen stellt auch die Frage nach der Zukunft der Wohlfahrtsstaatsbürokratie. Wollen wir uns einen Verwaltungsapparat leisten, der unsere Mitbürger mit unzähligen Bedingungen vor der Auszahlung existenzsichernder Sozialleistungen demütigt und der in vielen Fällen mehr Geld verschlingt als er auszahlt?

Mit Grundeinkommen wird die bisher unbezahlte Hälfte der Arbeitsleistungen (Hausarbeit, Care-Arbeit, Ehrenamt etc.) gewürdigt und entlohnt.

 

Die Angst, die Einführung eines Grundeinkommens könnte unserer Wirtschaft schaden, teilen wir nicht. Ein Grundeinkommen erhöht die Kaufkraft der Bevölkerung und kurbelt so die Wirtschaft an. Dass inzwischen EZB-Präsident Mario Draghi „Helikoptergeld“ in Betracht zieht, zeigt, dass die herkömmlichen Instrumente der Zentralbank ausgereizt sind und unsere Wirtschaft auch aus makroökonomischer Perspektive Konsumgeld benötigt. Wieso also nicht über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken?

Wir leben heute nicht mehr in einer Welt der Knappheit von Geld und Kapital. Milliarden werden monatlich von der Zentralbank gedruckt und auf die Märkte geworfen. Auch haben wir keine Knappheit an Produktionskapazitäten. Es ist nicht die Frage, ob wir genug für alle haben, sondern wie wir effizienter produzieren können. Es ist daher auch nicht die Frage, ob wir ein Grundeinkommen finanzieren könnten, sondern wie wir die Finanzierung gesellschaftlich einrichten wollen.

Das bedingungslose Grundeinkommen lässt uns mit all seinen Fragen eine entscheidende Debatte über unsere zukünftige Arbeits- und Lebenswelt führen. Danke, Schweiz, dass diese Debatte jetzt stattfindet!

UnterzeichnerInnen:

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Die ErstunterzeichnerInnen gehören zu der Allianz www.wirtschaft-fuer-grundeinkommen.com

Grundeinkommen. Zukunft jetzt gestalten

Das bedingungslose Grundeinkommen ist wesentlich für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts. Es schafft Freiraum für Innovation und Unternehmertum. Es ist sozial und wirtschaftlich. Es ermöglicht, die immer schnellere Digitalisierung und Robotisierung gesellschaftlich zu integrieren. Es stärkt die intrinsische Arbeitsmotivation, da Menschen auch “Nein” sagen können. Und Menschen, die gerne arbeiten, arbeiten produktiver. Das bedingungslose Grundeinkommen wird kommen – früher oder später. Deswegen erörtern bereits heute führende UnternehmerInnen und ÖkonomInnen die Fragen, die sich mit Grundeinkommen stellen werden. Sie setzen sich dafür ein, die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens in der Gegenwart für die Zukunft voranzutreiben.

Stimmen aus der Wirtschaft

Folgende UnternehmerInnen und ÖkonomInnen befürworten und fördern die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens:

Sam Altman (Unternehmer, Präsident Y-Combinator)

„Ich bin ziemlich sicher, dass wenn Technologie weiterhin traditionelle Jobs ersetzt und grosse Mengen neuen Reichtums erschafft, wir in Zukunft in den USA auf nationaler Ebene eine Art Grundeinkommen erleben werden. Es ist von grosser Wichtigkeit, das wir diese...

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Prof. Robert Reich (ehem. US-Arbeitsminister)

  „Alle unsere Gesellschaften werden an einen Punkt gelangen, an dem Technologie so viele Arbeitsplätze verdrängt, nicht nur niedere Jobs, sondern auch professionelle Arbeitsplätze, dass wir die Einführung eines universellen Grundeinkommens ernsthaft denken...

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Thomas Jorberg (Vorstand, GLS Bank, Deutschland)

“Die Idee des Grundeinkommens ist vor dem Hintergrund des heutigen Verteilungsproblems interessant: Es gibt viel zu tun, aber die Aufgaben finden nicht zu den Menschen, die sie erledigen könnten und die Menschen finden nicht die Aufgaben, die sie erfüllen wollen....

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Dr. Thomas C. Flatt (Präsident SwissICT)

„Ich bin überzeugt, dass unsere Gesellschaft Lösungen braucht, um die zunehmend schnelleren Veränderungen auf Grund von IT und Digitalisierung zu meistern. Im Gegensatz zu der viel zitierten industriellen Revolution werden die Veränderungen so schnell kommen,...

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